Bringen Sie die Kampagne kurz vor der Wahl zu einem positiven Abschluss. Leisten Sie in dieser Zeit eine Extra-Anstrengung und mobilisieren Sie, was das Zeug hält. Um ein möglichst breites Publikum zu erreichen, bieten sich besonders der Versand einer Massen-Mail oder Massen-SMS an. Etwas aufwändiger, dafür aber auch persönlicher ist der Versand einer Wahlaufforderung per Briefpost.

  • Versand einer Massen-Mail mit Wahlaufruf
  • Versand von Massen-SMS
  • Versand einer Wahlaufforderung per Briefpost
  • Nachrichten auf Sozialen Medien intensivieren

Letzte Mobilisierung vor der Wahl

Der Wahlkampf ist bereits gelaufen? Von wegen! Auch kurz vor der Wahl haben viele Wähler nicht entschieden, wem sie ihre Stimme geben sollen. Für Sie als Kandidat heißt das, kämpfen bis zum letzten Tag.

Denn: Die Wähler treffen ihre Wahlentscheidung auch statistisch gesehen immer später. Das zeigen alle Wahlanalysen. Bei der letzten Nationalratswahl haben 40 Prozent der Wähler angegeben, sich erst in den letzten Tagen oder am Wahltag entschieden zu haben. Daraus folgt, dass Sie in der Ressourcenplanung von Anfang an darauf achten müssen, einen erheblichen Teil Ihrer Ressourcen (als Faustregel gelten 30 Prozent) für den Schlussspurt aufzuheben.

Wer in den letzten 72 Stunden nochmal alles gibt, könnte am Ende daher die Nase vorn haben. Besonders in engen Wahlkreisen bedeuten letztlich oft nur wenige Stimmen den Unterschied zwischen Erfolg und Niederlage. Die Schlussmobilisierung ist der entscheidende Faktor! Und jedes einzelne Mitglied kann einen wichtigen Beitrag leisten.

Deshalb muss das Planen der letzten beiden Wahlkampfwochen von Anfang an oben auf der Wahlkampfstrategieagenda stehen: Wie viele Aktionen können und wollen Sie in den letzten beiden Wochen und in den letzten drei Tagen noch stemmen? Wie erzeugen Sie in dieser Zeit durch welche Maßnahmen noch Aufmerksamkeit in der Presse? Wie sorgen Sie dafür, dass wir die personellen und finanziellen Ressourcen nicht bereits vorher erschöpft haben? Wie gewinnen Sie Freiwillige konkret für die letzten beiden Wochen? Wie sehr belasten Sie sich als Kandidat vorher, damit Sie in den letzten beiden Wochen noch genug Energie für den Endspurt haben? Wie sehen, je nach aktueller Umfrage, die Pläne a, b und c aus? All diese Fragen müssen von Anfang an mitgedacht werden, um nicht plötzlich kurz vor der Wahl von den anstehenden Herausforderungen überrascht zu werden.

Neben einer Vielzahl von kreativen Mobilisierungsmöglichkeiten kann dazu auch ein letzter inhaltlicher „Aufschlag“ gehören, mit dem man noch einmal große Aufmerksamkeit auf sich zieht. Denn oft spitzt sich in den letzten zwei Wochen die Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit auf die „großen“ Parteien oder die als wahrscheinlich geltenden Wahlsieger zu, so dass parteilose oder unbekanntere Kandidaten trotz aktuell zunehmendem Medieninteresse drohen, in der Berichterstattung wieder unterzugehen. Um ein plötzliches Absacken vor der Wahl zu verhindern, muss daher frühzeitig überlegt werden, wie man mit dieser Situation und mit Bekanntheits- und Beliebtheitszahlen umgeht.

Beachten Sie: Auch der Wahlsonntag selbst ist noch ein Wahlkampftag. Der Wahlkampf geht bis zum Wahlsonntag zur Schließung der Wahllokale.  Auch wenn Sie einen erlaubnisfreien Wahlstand prinzipiell vor einem Wahllokal aufstellen dürfen, sollten Sie dafür die Gemeinde anfragen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere, kreative Formen des Wahlaufrufes, die Wähler bis zur letzten Minute ansprechen.

72 Stunden vor der Wahl

Seien Sie präsent! Auf der Straße, in der Gaststätte und in sozialen Medien. Vereinbaren Sie Interviews und Artikel in der Presse, wenn möglich. Schalten Sie letzte Inserate. Wie eingangs erwähnt, entscheiden sich viele Wähler erst innerhalb der letzten drei Tage. In diesen drei Tagen wollen sie noch einmal Fragen stellen, das Pro und Kontra einer Stimmenabgabe diskutieren und Antworten auf ihre drängendsten Fragen finden. Planen Sie eine Kneipentour: Gehen Sie dahin, wo Menschen sich gerne und freiwillig aufhalten: Viele Menschen verbringen ihre Abende am Wochenende in einer Bar, auf Partys oder in der Gaststätte. Und auch da diskutieren nicht wenige über die bevorstehende Wahl und das Pro und Kontra einzelner Kandidat und Parteien.

Zuhause: das persönliche Umfeld mobilisieren

Wer mithelfen will, kann zum Beispiel einfach drei Personen im persönlichen Umfeld ansprechen und auffordern, gemeinsam wählen zu gehen. Der Gang zum Wahllokal lässt sich auch mit einem gemütlichen Kaffeetrinken oder anderen Aktivitäten verbinden.

Oder online auf die Wahl hinweisen mit dem eigenen Bekenntnis, bereits gewählt zu haben, oder auch mit der Erinnerung an Freunde, Familie und Bekannte: per E-Mail, SMS, Whats-App, Anrufen, Pinnwandeinträgen bei Facebook, Verlinkungen bei Facebook und Twitter oder Instagram. Das geht schnell und man erreicht zum Teil Hunderte Menschen.

Im Team: gemeinsam zum Wahlsieg

Besonders effektiv für den Endspurt ist auch der Tür-zu-Tür-Wahlkampf. Kein Instrument verschafft so viele direkte Kontakte zu den Menschen wie Tür-zu-Tür-Besuche. Die drei kurzen Fragen an der Tür schaffen eine persönliche Verbindung zu möglichen Wählerinnen und Wählern – und erinnern noch einmal an den Wahltermin.

Natürlich kann das direkte Gespräch auch an vielen anderen Orten gesucht werden: Einfach die Umhängetasche mit Flyern, der Gerechtigkeitskarte und Giveaways packen – und los! Zum Beispiel an Bus- und Bahnstationen, an Werkstoren zum Schichtbeginn größerer Betriebe, vor Krankenhäusern oder an Aktionsständen vor Bäckereien, Kiosken und Tankstellen. Oder in Kneipen, Bars und Biergärten. Im Team machen solche Aktionen noch mehr Spaß.

„10 Gründe“ in die Briefkästen!

Eine einfache Möglichkeit für jede und jeden, mehr Menschen zu überzeugen, sind die Postkarten oder Einwurfsendungen, Massenmails und SMS – oder letzte Aufrufe auf Social Media: „10 Gründe für einen starken Kandidaten.“ Hier sind die Ziele des Kandidaten kurz und knapp zusammengefasst, beispielsweise: „Beiträge und Rentenniveau bleiben stabil. Mit uns gibt es kein höheres Renteneintrittsalter“, heißt es da zum Beispiel. Oder zum Thema Steuern: „Wir entlasten kleine und mittlere Einkommen. Sehr Reiche und Vermögende leisten einen größeren Beitrag.“ Diese kurze Liste bietet damit einen schnellen und kompakten Überblick, was der Kandidat nach der Wahl anpacken wird.

Und das sollten möglichst viele Bürgerinnen und Bürger wissen. Darum ist es wichtig, dass viele Karten zum Einsatz kommen – dafür können entweder alle Helfer noch einmal von Briefkasten zu Briefkasten gehen, oder Sie lagern bei entsprechendem Budget diese Aktion an einen professionellen Verteiler aus.

Kämpfen bis zum Schluss

Viele Menschen entscheiden oft erst auf dem Weg ins Wahllokal, wo sie ihr Kreuz machen werden. Sie zu überzeugen, ist selbst am Wahlsonntag grundsätzlich erlaubt. Lediglich in einem Radius von 20 Metern rund um das Wahllokal muss wahlkampffreie Zone sein.

Abseits dessen können Unentschlossene aber noch überzeugt werden – bis zum Schluss. Es geht jetzt um viel: sozialdemokratische Politik für ein gerechtes Land. Deshalb: Ran an die Millionen!

Ein paar Aktionsideen für den Endspurt:

  • Postwurfsendung „Zehn Gründe für einen starken Kandidaten XY“
  • Standaktionen zu Beginn der Frühschicht vor Unternehmen (anfragen!)
  • Erhöhte Social Media Präsenz
  • „Gehen Sie wählen!“ – Aufrufe
  • Wahlkampfbus-Endspurt mit vielen Stationen
  • Flashmobs mit Interessengruppen