Standaktionen sind ein beliebtes Wahlkampf-Instrument. Dabei stellt man einen kleinen Stand an einer gut frequentierten Lage im Zentrum einer Ortschaft auf. Der Stand muss auffallen, der Zweck sollte schon von weitem erkennbar sein. Nicht alle Personen können zu einem Gespräch ermuntert werden, diese Personen sollen aber trotzdem erkennen können, was für einen Zweck dieser Stand hat.

Bevor Sie einen Stand aufstellen, sollten Sie mit den Behörden oder den Privatbesitzern abklären, ob dies erlaubt ist. Möglicher Weise brauchen sie dafür eine Bewilligung.

Eine Standaktion ist im Gegensatz zu anderen Strassen-Aktionen etwas aufwändiger in der Vorbereitung. Wie bei allen Strassen-Aktionen ist der positive Nutzen sehr wetterabhängig. Haben Sie sehr viel Zeit und Geld in die Vorbereitung gesteckt, ist es besonders ärgerlich, wenn das Wetter nicht mitspielt. In diesem Fall können Sie die Standaktion auch um einige Stunden oder sogar um einige Tage verschieben, selbst wenn Sie die Aktion bereits auf Facebook oder der eigenen Wahlkampfwebseite bekannt gemacht haben. Niemand wird böse sein, wenn eine Standaktion nicht oder später durchgeführt wird.

Eine Standaktion kann alleine oder mit Hilfe von Wahlhelfern durchgeführt werden. Instruieren Sie allfällige Wahlhelfer vor der Standaktion kurz und erläutern Sie ihnen Ihre Wahlkampf-Botschaft. Nehmen Sie an die Standaktion Ihre Wahlkampf-Flyer mit und um diese an die Passanten zu verteilen. Verteilen Sie die Flyer auf der Strasse und laden Sie die Passanten zu einem Getränk und einem kurzen Gespräch an den Stand ein. Keinesfalls sollten Sie passiv hinter dem Stand stehen und darauf warten, bis Personen zu Ihnen kommen. Um auf den Stand aufmerksam zu machen, kann dieser mit Ballons und Plakaten oder Blachen dekoriert werden. Gut sichtbar von weitem sind auch Roll-Up’s, Kundenstopper oder Beachflags. Machen Sie Fotos für Social Media, posten Sie diese zeitnah!

Nehmen Sie auch weiteres Material wie Postkarten, Unterschriftenbögen für Initiativen oder eine Infobroschüre der Partei an den Stand mit. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit um diese an interessierte Wähler zu verteilen. Werden während des Gesprächs konkrete Anliegen geäussert, sollten Sie diese auf einem Notizblock vermerken. Fragen Sie den Passanten ob Sie ihm eine Rückmeldung geben sollen und nehmen Sie seine Kontaktdaten auf. Falls Sie genügend Ressourcen haben, sollten Sie ein Kontaktheft führen. Dort vermerken Sie nach jedem Gespräch, wie die Person auf Sie reagiert hat und wie Sie den angesprochenen Themen gegenübersteht. Notieren Sie in Ihrem Besuchsheft beispielsweise auch, ob Sie Duzis gemacht haben.

In der Nachbearbeitung können Sie das Kontaktheft auswerten und bei positiven Besuchen können Sie per Telefon oder per Brief nachfassen. Fragen Sie die Person sich dazu bereit erklärt, Flyer im Bekanntenkreis zu verteilen oder einen Leserbrief zu schreiben. Lassen Sie aber nicht zu viel Zeit verstreichen, damit das Thema noch im Kopf des Wählers ist.

Beispiel für die Angaben in einem Kontaktheft:
Name, Email, Telefon, Notiz, Funktion / Relevanz

Die einfachste und auch flexibelste Variante einer Straßenaktion kann fast spontan gestaltet werden. Mit einer einzelnen Beach Flag und zwei Helfern können Sie sich beispielsweise einfach in einer Fußgängerzone oder an einer günstigen Stelle mit viel „Laufkundschaft“ aufstellen und im Zweifelsfall innerhalb von Minuten einen neuen Standplatz suchen. Mit Infoflyer und Give-Aways können Sie so sehr flexibel Direktwahlkampf betreiben. Hier können Sie auch in Guerrillataktik ganz ohne Aufbauten oder Flagge beweglich bleiben.

Haben Sie von Ihrer Partei zur Verfügung gestellte Infostände im Design der Partei oder müssen Sie selbst für die Schirme / Pavillons oder Pop-Up-Stände sorgen?

In letzterem Fall gibt es gute und recht günstige Anbieter von bedruckbaren Standtresen, Pavillons und Bannern zum Aufstellen. Sie finden Anbieter online, die auch direkt Kalkulation und Preisvergleich ermöglichen.

Ein Infostand sollte immer mit mehreren Personen besetzt sein. Bleiben Sie nicht hinter dem Stand stehen, sprechen Sie stattdessen die Bürger vor und neben dem Stand an.

Infostände empfehlen sich immer dort, wo der Bürger einkaufen geht, arbeitet oder warten muss, zum Beispiel an Haltestellen. Denken Sie sich etwas Nettes aus; eine Blume oder einen Apfel wird er uns gerne auch abnehmen. Weichen sie keiner Straßendiskussion aus. Unbelehrbare gibt es überall, aber die anderen Zuhörer messen den Kandidaten an seiner Argumentationsfähigkeit. Niemals sollten wir uns vom politischen Gegner in der Diskussion von Thema zu Thema hetzen lassen, sondern unsere Argumente an Sachthemen festmachen; aber man darf nicht vergessen, dass auch unentschlossene Wähler mit dem Kandidaten sprechen möchten.

Für Standaktionen mit Aufbauten benötigen Sie darüber hinaus eine Genehmigung der Gemeinde, sofern Sie Ihren Stand im öffentlichen Raum aufstellen. Wenn Sie vor Einkaufszentren, Supermärkten, Veranstaltungen oder ähnlichen privaten Unternehmen Flagge zeigen wollen, so wenden Sie sich im Vorhinein an diese und holen formlos eine Genehmigung ein. Dies können Sie jedoch dadurch umgehen, dass Sie (wie oben bereits beschrieben) keinen Stand aufstellen sondern nur mit Infoflyern und einigen Give-Aways die Menschen ansprechen. Ein einzelner Banner, eine einzelne Beachflag oder ähnliches sind hier schnell auf- und abzubauende Möglichkeiten, um trotzdem eine standähnliche Szenerie zu schaffen.

Displays

Es gibt viele verschiedene Varianten, die hier bestellbar sind. Besonders Roll-Up-Displays oder größere Rückwände, auf denen Sie Ihre Botschaft transportieren können, sind eine gute Option.

Theke

Eine zusammenklappbare Theke zum Aufstellen ist eine sehr gute Wahl, denn nicht nur bietet Sie mit Ihrer Tischfläche einen Basispunkt, um Flyer auszulegen und Giveaways zu platzieren, auch kann in den hinter dem vorderen Banner liegenden Koffer Material in entsprechend nötigen Mengen verstaut werden. Wenn Sie also ein begrenztes Budget haben und nicht auf Material Ihrer Partei zurückgreifen können, so ist ein Tresen mit einem Schirm die Grundausstattung für Standaktionen.

Sie können – wenn ein Tresen mit bedruckter Vorderblende bereits vorhanden ist – auch einfach nur eine neue Vorderblende bestellen, die Sie für sich individuell bedrucken lassen können. Das spart Kosten.

Hier ein Beispiel für einen leicht aufbaubaren Tresen:

Beispiel my Textilfalttheke ab CHF 300.- von mydisplays.ch

Banner

Banner und sogenannte Beachflags sind ebenfalls eine gängige und gern genutzte Variante der großflächigen Werbung, sie erregen Aufmerksamkeit und sind leicht aufzustellen. Wenn Ihr Budget es zulässt, dann sollten Sie mit Hilfe Ihres Designers auch eine solche in Auftrag geben.

Sie sind in verschiedenen Formen erhältlich:

Beispiel 3 Stk. Beachflag von Fahnenbauer.ch ab 150.-/Stk.

Standaktionen bewerben:

Dokumentieren Sie Ihre Standaktionen für Social Media, lassen Sie Helfer und Wähler Selfies und Fotos online posten. Sofern Ihre Mitarbeiter oder Sie dies tun, stimmen Sie sich ab – für die Inhalte weiterer Personen sind Sie hingegen nicht verantwortlich. Kostenlose Werbung ist hier allerdings ein toller Nebeneffekt der Aktion, wenn andere Bilder mit Ihnen online stellen.

Kündigen Sie Standaktionen in sozialen Medien an und posten Sie live Fotos. So bekommen Ihre Wähler mit, dass Sie engagiert für Ihre Ziele werben. Keine Aktion ohne Foto – keine Aktion ohne Social Media!

Foto-Booth / Fotostand

Ein Fotostand mit entsprechender Rückwand ist eine weitere Idee, um Ihre Präsenz in Sozialen Medien zu erhöhen. Bieten Sie Ihren Unterstützern bei Veranstaltungen die Möglichkeit, sich mit Schildern, Statements oder auch amüsanten Verkleidungen vor einer mit Ihrem Kampagnenlogo bedruckten Wand zu fotografieren.

Empfehlen Sie Hashtags, die die Menschen verwenden können, um Ihr Foto dann selbst online zu stellen. Je attraktiver der Fotostand, desto mehr Arbeit mit Sozialen Medien werden Ihre Anhänger Ihnen abnehmen. Dabei müssen Sie gar keine Kamera zur Verfügung stellen – in Zeiten von Smartphones werden Unterstützer Ihre Fotokulisse meist sowieso mit dem eigenen Smartophone verwenden.

Beispiel einer Fotobox