Während eines Wahlkampfs stehen die wichtigsten Ressourcen – Zeit und Geld – in den allermeisten Fällen nur beschränkt zur Verfügung. Deshalb sind die vorhandenen Ressourcen mit Hilfe einer (Wahlkampf-)Strategie möglichst effizient und öffentlichkeitswirksam einzuplanen.

Die Strategie definiert

  • welche Kanäle (Online, Print, Podiumsdiskussionen, Standaktionen etc.),
  • mit welchem Inhalt (Thema, Botschaften, Layout etc.),
  • unter welchem Absender (Kandidaten-Testimonials, klassische Wahlinserate etc.),
  • zu welcher Zeit (Vorkampagne, Hauptkampagne etc.),
  • für welche Zielgruppe (Alter, Bildung, Beruf etc.)

bespielt werden sollen.

Die Kandierenden sollten dabei nach Möglichkeit sämtliche Kanäle bewirtschaften, um auch möglichst viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu erreichen. Doch können die Kommunikationskanäle nicht in derselben Intensität genutzt werden, was eine Priorisierung der vorhandenen Mittel so wichtig macht.

  • Definieren Sie die Zielgruppen und Wählerschichten, die Sie ansprechen wollen. Wo informiert sich Ihre Zielgruppe? Nutzen Sie dieselben Medien zur Verbreitung Ihrer Botschaft
  • Vergessen Sie das ganze Parteiprogramm, es ist wichtig, doch damit überfordern Sie die Wähler
  • Definieren Sie anstelle des Parteiprogramms Schwerpunkte und Alleinstellungsmerkmale, mit denen Sie sich von anderen Parteien unterscheiden und mit denen Sie Ihre Wählerschichten und Zielgruppen abholen wollen
  • Richten Sie die Abstimmungskampagne auf diese Schwerpunkte aus
  • Nutzen Sie gezielte Provokationen, Pathos, Logos und Ethos um die Aufmerksamkeit der Medien und Wähler zu erreichen. Ermöglichen Sie damit eine Diskussion über Ihre Schwerpunkte. Die Medienpräsenz ist wichtig, das ist Gratiswerbung. Wenn die Medien Ihre Communiqués ignorieren, lassen Sie sich etwas einfallen und greifen Sie nach Abwägung auf Guerilla-Marketing Taktiken zurück. (siehe Kapitel „Guerilla-Marketing“ in diesem Buch)
  • Vermeiden Sie Kritik an anderen Parteien. Sie müssen Ihre Zielgruppen abholen und nicht die Zielgruppen anderer Parteien bekehren
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihre Schwerpunkte und überlassen Sie den anderen Parteien damit nicht das ganze Spielfeld
  • Denken Sie nicht nur an Ihre Stammwählerschaft. Behalten Sie die gesamte Wählerschaft im Blick und versuchen Sie, Überschneidungspunkte und gemeinsame Interessen auch über Parteiprogramme und politische Richtungen hinaus zu finden. Auch in konservativen Schichten gibt es Wählerpotential, das mit der SVP unzufrieden ist.

Was ein Wähler sehen will sind Alleinstellungsmerkmale, anhand derer er die Parteien unterscheiden kann. Es erleichtert ihm die Wahl. Außerdem will er wissen, für was Sie sich schwerpunktmäßig einsetzen. Verkaufen Sie den Leuten ein Image, ein Lebensgefühl und Werte, für die Sie sich einsetzen. Gerade für die vielen liberalen Parteien und die Parteien in der Mitte ist es wichtig, dass sie solche Alleinstellungsmerkmale haben, damit die Wähler sie unterscheiden können.