Bevor Sie sich eine Wahlkampf-Botschaft überlegen, empfehlen wir Ihnen zuvor die Ausgangslage gründlich zu analysieren. Anhand einer tief gehenden Analyse bildet sich die richtige Botschaft häufig wie von selbst heraus. Beachten Sie dazu auch den Ratgeber «Ausgangslage analysieren».

Die Wahlkampf-Botschaft wird zu Beginn des Wahlkampfs entwickelt und danach in der Regel nicht mehr angepasst. Ändert sich während des Wahlkampfs die Faktenlage oder müssen Sie auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren, dann können Sie die Wahlkampf-Botschaft auch noch während der laufenden Kampagne ergänzen oder präzisieren. Der Kern der Botschaft sollte dabei immer unverändert bleiben.

Überlegen Sie sich Antworten auf gängige Fragen, damit Sie auf diese vorbereitet sind und üben Sie die Beantwortung im Team. Diese Fragen werden Ihnen im Verlaufe der Kampagne bestimmt gestellt und sollten bestenfalls bereits mit der Wahlkampf-Botschaft beantwortet werden.

  • Warum kandidieren Sie für dieses Amt?
  • Warum sollte man genau Sie wählen?
  • Was machen Sie besser als Ihre Vorgänger?
  • Warum liegt Ihnen das Thema … besonders am Herzen? (Frage nach Ihren zentralen Themen)

Wir empfehlen, zur Findung der Wahlkampf-Botschaft eine besondere Anstrengung zu unternehmen. Untersuchen Sie im Vorfeld, wie die von Ihnen angesteuerten Themen in der öffentlichen Wahrnehmung bereits verortet sind und wie die Stimmbürger dazu stehen. Testen Sie Themen und Ihre Botschaft zuerst bei Freunden und Bekannten aus. Nehmen Sie die Rückmeldungen ernst und überarbeiten Sie, falls nötig, die Botschaft nochmals.

Die gesamte Botschaft sollte als knackiger Text auf die Länge von 1 A4-Seite gefasst werden. Seien Sie sich bewusst, dass Sie gerade bei Journalisten keine längere Lesedauer in Anspruch nehmen dürfen, aber auch die Aufmerksamkeit der potenziellen Wähler ist zeitlich sehr begrenzt. Legen Sie Ihre Motivation zur Kandidatur glaubwürdig dar. Erstellen Sie dann anhand der Botschaft unbedingt auch verschiedene Kurzversionen.

  • 1 Satz, eine „Punchline“
  • Üben Sie, jede Frage nach zentralen Themen und Botschaft in unter 30 Sekunden zu beantworten, erstellen Sie entsprechende Textvorlagen

Formulieren Sie dann Ihren zentralen Werbesatz, der Sie beschreibt. Dabei gibt es verschiedene Herangehensweisen, wie Sie diese herleiten können:

  1. Werbesatz aufgrund der Persönlichkeit:
    Der Neue, Willi wählen, Die Zwei, Der Profi, Der Macher
  2. Werbesatz aufgrund des Leistungsbeweises:
    Gut gemacht, Bestanden, Erfolgreich, Weiter so, Vertrauen
  3. Werbesatz aufgrund eines Zukunftsversprechens:
    Sicher in die Zukunft, Anpacken, Mehr Gerechtigkeit
  4. Werbesatz für die Gemeinschaft:
    Das Beste für unsere Stadt, Gemeinsamkeit macht stark.
  5. Werbesatz aufgrund von Eigenschaften:
    Kompetent, Erfahren, Ehrlich, Vertrauen, Sympathisch

Steht die Botschaft fest, wird diese gebetsmühlenartig wiederholt. Trichtern Sie Ihren Anhängern die Wahlkampf-Botschaft regelrecht ein. Es muss Sie dabei auch nicht stören, dass Sie sich ständig wiederholen. Leichte Variationen sind erlaubt, sollten aber die Ausnahme bleiben. Wenn Sie als Werbesatz für Ihre Plakate eine Botschaft aufgrund von Eigenschaften gewählt haben, betiteln Sie sich selbst nie mit dieser Eigenschaft. Lassen Sie andere das tun, bitten Sie Vorredner oder Parteigenossen, diese Botschaft über Sie mitzuverbreiten.

Nutzen Sie die Botschaft kampagnenübergreifend auf allen Kanälen:

  • Auf Plakaten, Flyern und sonstigen Werbemitteln
  • Auf Facebook, Twitter und allen anderen Social Media
  • Auf der eigenen Wahlkampfwebseite
  • Bauen Sie die Botschaft regelmäßig in Ihre Reden ein
  • Verpacken Sie die Botschaft bei Podiumsgesprächen in Ihren Antworten nach Möglichkeit Ihre Kernbotschaften.
  • Ziehen Sie, wenn dies möglich und opportun für Ihre Kampagne ist, auch Methoden des Guerilla-Marketing in Betracht.